Informationen und Empfehlungen zu Lernmitteln

Stand: 14. April 2020, 12:00 Uhr

Im Folgenden haben wir einige Ideen, Konzepte und Anwendungen zur (auch digitalen) Lehre in der Hochschule der Akademie der Polizei gesammelt und zusammengetragen, um die Lehrpersonen bei den besonderen Herausforderungen zu unterstützen. Sie sind lediglich beispielhafte Anregungen für Lehrpersonen der Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg und sind nicht als Vorgabe zu verstehen. Alle Lehrpersonen werden ermutigt, sich über die nachfolgend genannten Lehrmittel hinaus um weitere geeignete Lehrmittel zu kümmern und dem Dekan zur Aufnahme auf diese Seite mitzuteilen.

Wichtige Vorbemerkungen

Die nachfolgenden Instrumente und Hilfsmittel der Lehre bilden keine Alternativen zu Poladium. Als Instrument auch der Studienplanung und -organisation (Studiengruppen, Zeiten, Räume etc.) bleibt Poladium die leitende Plattform für den Lehr- und Studienbetrieb, z.B. bezüglich der Kommunikation mit den Studierenden oder der Information zu genutzten alternativen Lehrformaten. Polizeiliche Lehrinhalte, die als „Verschlusssache“ (VS) oder als „nur für den Dienstgebrauch“ (NfD) eingestuft sind, dürfen über alternative Lehrmethoden, die die Datenübermittlung im Internet nutzen, nicht vermittelt werden. Alternativ dazu können diese Unterlagen auf anderem Wege an die für die Lehrveranstaltung angemeldeten Studierenden versandt und mittelbar besprochen werden.

Die im Folgenden aufgeführten Lehrmittel werden in drei Empfehlungsstufen eingeteilt:

Rot: Das Lehrmittel ist zur Verwendung in der Lehre nicht zu empfehlen. Die Einsetzbarkeit wird derzeit auch nicht geprüft.

Gelb: Das Lehrmittel ist zur Verwendung in der Lehre nicht zu empfehlen. Die Einsetzbarkeit wird derzeit aber geprüft.

Grün: Das Lehrmittel ist zur Verwendung in der Lehre zu empfehlen.

Präsentationen/Studienbriefe/Skripte

Es besteht die Möglichkeit, den Studierenden Präsentationen, Studienbriefe, Skripte o.ä. (z.B. MS-Powerpoint-, Apache-Openoffice- oder pdf-Präsentationen) zum Eigenstudium zuzusenden. Da Präsentationen in der Regel mit weniger Textinhalten gestalten sind, bieten sich dabei Verweise auf weiterführende Informationsquellen und Audiokommentare der Lehrperson an. Eine Anleitung, wie Sie Powerpoint-Präsentationen vertonen können, finden Sie hier. Nach dem Studium der zur Verfügung gestellten Präsentation sollte den Studierenden in geeigneter Form Gelegenheit gegeben werden, mit der Lehrperson in Interaktion zu treten, um beispielsweise Fragen zu stellen und Unklarheiten aufzulösen. Lernförderlich ist es zudem, zu Beginn oder zum Schluss der Präsentation Lernzielfragen zu formulieren, welche die Studierenden beantworten sollen. Nachfolgend sollte die Lehrperson eine Form der Lernstandskontrolle anschließen.

 Powerpoint, Apache-Openoffice, pdf

Literaturliste/Semesterapparat

Eine klassische (ggf. ergänzende) Möglichkeit ist es, über die AK-Cloud oder Poladium einen Semesterapparat mit Literaturempfehlungen, Fachartikeln, Übungsblättern und anderen Materialien in digitalisierter Form zur Verfügung zu stellen. Auch hier empfiehlt es sich, Lernzielfragen zu formulieren, die bei der Lektüre des Materials zu beantworten sind. Alternativ können Sie auch die Studierenden beauftragen, Fragen aus dem Material heraus zu formulieren und diese in einem weiteren Schritt von den Studierenden allein oder in digitalen Lerngruppen beantworten zu lassen.
Mit Padlet (https://de.padlet.com/) lassen sich übersichtliche Semesterapparate und Materialsammlungen digital und kollaborativ erstellen. Auch Links und Videos lassen sich einbinden.

 AK-Cloud, Nextcloud, Poladium

Padlet

Entwicklung von Szenarien über E-Mails

Prof. Stefanie Grünewald hat mit Blick auf die digitale Lehre und den digitalen Lernraum einen Szenario-orientierten Ansatz entwickelt, der über E-Mail umgesetzt wird:
Derzeit baue ich an einer Szenarienentwicklung als Grundkonstrukt meiner Vorlesungen. Die Studenten bekommen von mir inhaltliche Inputs, auch durch öffentlich zugängliche Videos (YouTube, Mediatheken, etc.), Ausschnitte sowie Textdateien oder Powerpoint. Dann versende ich ein erstes Szenario (Fall), der sich dynamisch entwickelt. Die Studenten bekommen Aufgaben, wie „Welche Maßnahmen ergreifen Sie?“, „Wie kommen Sie an relevante Daten um die Gefahrenlage aufzuklären?“, „Welche Ermächtigungsgrundlage stützt Ihren Maßnahmenansatz und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein.“ Die Antworten der Studenten sollen dann per Mail an mich gerichtet werden und ich verteile dann weiterführende Aufgaben. Die können (und sollen) auch individuell erfolgen und dann zu unterschiedlichen Beiträgen der Studenten führen, die dann wiederum in den Verteiler für alle fließen (wie eine Art digitales Kurzreferat). So (hoffe ich) generiert die Veranstaltung einen Mehrwert, der unmittelbar Ausfluss der Leistung der Studenten ist und hoffentlich etwas interessanter daherkommt, als wenn ich alles in Textform „vorbete“.“

 Poladium-E-Mail, Powerpoint, Youtube

Studiengruppenchat

Studiengruppen und Lehrpersonen bilden über Messenger-Dienste (z.B. Akademie-Messenger) eine gemeinsame Chatgruppe. Die Lehrperson leitet diese Gruppe und legt die Regeln für die Kommunikation fest. Beispiel:

  • Sowohl die Fragestellung der Lehrperson als auch die Beteiligung erfolgt über Sprachnachrichten.
  • Die Meldung zu einem Redebeitrag erfolgt über ein verabredetes Emoji.
  • Die Lehrperson gibt der oder dem Studierenden über eine kurze Textnachricht das Wort.
  • Die Antwort erfolgt über eine Sprachnachricht.
  • Denkbar wäre auch die Partizipation mittels Umfragen (möglich bei einigen Messenger-Diensten).

Akademie-Messenger (in Prüfung bzgl. Datenschutz/-sicherheit)

 WhatsApp, Telegram, Threema

Interaktive Lernstandskontrollen, Übungsaufgaben und Umfragen

Lernkontrollen und Übungsaufgaben eignen sich, um Vorwissen zu Beginn einer Vorlesung abzufragen/zu aktivieren und um den Lernstand nach der Vermittlung von Wissen zu prüfen. Auch dienen sie zur (spielerischen) Wiederholung und Festigung von Lerninhalten. 
Die Lehrpersonen können mit einem kostenlosen Zugang Multiple-Choice-Abfragen über das Onlineangebot unter https://kahoot.com erstellen. Die Studierenden können sich über einen von der Lehrperson freigegebenen PIN über https://kahoot.it die sogenannten „Kahoots“ spielen. Die Webseite ist für mobile Geräte angepasst, so dass die Bedienung leicht über ein Smartphone erfolgen kann. 
Über learningApps.org sowie H5P können interaktive und multimediale Übungsaufgaben und Lernstandskontrollen erstellt werden. Die Studierenden erhalten direkt eine Rückmeldung bzw. die korrekte Lösung der Aufgaben.
Auch mit „Google Formulare“ lassen sich Quizfragen erstellen. Nach dem Ausfüllen und Absenden des Formulars erhalten die Studierenden die richtigen Antworten angezeigt. Das funktioniert sowohl mit Multiple-Choice-Fragen als auch mit kurzen Freitexten.
PINGO und Mentimeter ermöglichen unkomplizierte Umfragen bzw. Abfragen (verschiedene Formate, z.B. Single/Multiple Choice, Wordclouds) unter den Studierenden. Die Ergebnisse werden in Echtzeit unmittelbar ausgewertet und aufbereitet.
Zu beachten ist, dass die genannten digitalen Anwendungen einer datenschutz- und personalvertretungsrechtlichen Freigabe unterliegen. Ein Verfahren zur Erteilung dieser Freigaben wurde bislang nicht angestrengt. 

 Kahoot, Learning-Apps.org, PINGO, Mentimeter, H5P, Google Formulare

Virtueller Hörsaal (Adobe Connect, Jitsi)

Verschiedene Anbieter ermöglichen die Einrichtung eines virtuellen Klassenraums, um Vorlesungen bzw. Unterricht live online durchzuführen. Moderatoren und Teilnehmenden können dabei über Mikrofon und Kamera miteinander kommunizieren und – je nach Software – zusammen arbeiten, z.B. indem Präsentationen eingebunden, Bildschirme geteilt oder gemeinsame Dokumente erstellt werden können. Auch ein Chat zum schriftlichen Austausch ist oft vorhanden.
Sinnvoll ist die Nutzung von Online-Konferenzsystemen insbesondere für Aktivitäten, die asynchron weniger gut funktionieren, z.B. Einführungs- und Abschlussveranstaltung sowie Frage- und Diskussionsrunden. Eine zusätzliche Aktivierung der Studierenden kann erreicht werden, indem Umfragen durchgeführt, Zeichen gegeben (z.B. Zustimmung, Ablehnung), Fragen gestellt und Studierende um Wortbeiträge geben werden. Mittels Tools wie Kahoot können außerdem spielerische Formen der Wissensüberprüfung eingebunden werden, auch lassen sich – falls vorhanden – Tools wie das Whiteboard (alternativ: Padlet) für gemeinsames Brainstorming einsetzen.
Die Konferenzlösungen von Adobe Connect eignen sich für Online-Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern. Einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten eines virtuellen Klassenraums bietet ein von Adobe veröffentlichtes, englischsprachiges Video. Zur Erweiterung der Software können weitere Apps in Adobe Connect integriert werden. Hierzu findet sich eine Übersicht hier. Informationsmaterialien zu dem Programm sind in der AK-Cloud hier zu finden. Zudem wurden kurze Lehrvideos zu Adobe Connect ausgesucht. Hierbei handelt es sich um eine Video-Tutorial-Reihe mit insgesamt vier Videos á etwa 10 min, die einen ersten Eindruck der Software vermitteln.

Beschreibung

Link
Grundlagen sowie die verschiedenen Rollen und Rechte innerhalb der Anwendunghttps://www.youtube.com/watch?v=TIgPVxkPPwE
Einstieg für Teilnehmer
(Studenten & Azubis)
https://www.youtube.com/watch?v=CflmVzXW1vE
Einstieg für Moderatoren https://www.youtube.com/watch?v=Q1Fy9aPS9A0
Einstieg für Veranstalter (Dozenten) https://www.youtube.com/watch?v=4cXrb39p3DU

Das Konferenztool Jitsi wird auf einem Server der AK betrieben und lässt Online-Konferenzen zwischen mehreren Teilnehmenden zu. Die Teilnehmenden können dazu ihr Mikrofon oder ihre Webcam (technisch möglich) zuschalten. Zudem ist es möglich, den Bildschirm eines Teilnehmers mit anderen Teilnehmer zu teilen. Informationsmaterialien zu dem Programm sind in der AK-Cloud zu finden. Die AK-interne Plattform Jitsi erreichen sie über https://jitsi.poladium.de/. Einen ersten Eindruck können Sie über die gleichstrukturierte Testplattform gewinnen. Bitte beachten Sie, dass es bei der Benutzung der Browser „Safari“ (MacOS) und „Internet Explorer“ (Windows) Funktionseinschränkungen geben kann. Zu empfehlen ist die Nutzung von “Google Chrome“. Zu beachten ist weiterhin, dass das Mikrofon des Endgerätes sowohl im Betriebssystem als auch in der Browseranwendung freigeschaltet sein müssen. In der Regel fragen die Anwendungen um Freigabe der Geräte, die Sie lediglich in einem Dialogfenster bestätigen müssen. Eine Anleitung zur Problembehebung finden Sie ebenfalls in der AK-Cloud. Bitte beachten Sie die Regelungen zur Nutzung von Jitsi.

Weitere Konferenzlösungen stellen beispielsweise Zoom und Blizz dar. Während Zoom allerdings derzeit massiv in der Kritik steht aufgrund fehlender Maßnahmen für den Schutz von Nutzerdaten, stellt Blizz eine wesentlich solidere Anwendung dar. Entwickelt von dem deutschen Unternehmen TeamViewer, ermöglicht Blizz Onlinekonferenzen mit bis zu 300 Teilnehmenden unter Einhaltung von Sicherheitsstandards (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, optionale Authentifizierung).

Zu beachten ist, dass die hier vorgestellten digitalen zwar technisch weitgehend eingerichtet sind, aber noch die datenschutzrechtliche und personalvertretungsrechtliche Freigabe fehlt. Die datenschutzrechtlichen Risiken, die sich mit dem Einsatz der Plattformen verbinden könnten, sind daher noch nicht analysiert und durch ein entsprechendes Datenschutzkonzept abgesichert. Das entsprechende Prüfungsverfahren, an dem verschiedene Stellen mitwirken müssen, wurde mit der gebotenen Dringlichkeit angestoßen.

Jitsi (Nutzung unter Beachtung der Regelungen zulässig)

 Adobe Connect (insbes. Datenschutz/-sicherheit muss noch geprüft werden)

 Blizz, Zoom

Forum-/Diskussions-Plattform

Für eine persistente Kommunikation/Information zwischen Dozenten und Studierenden sowie für Studierende untereinander (analog dem physischen Klassenraum) und evtl. für eine Dozenten-Dozenten-Kommunikation, ist eine Forum-Plattform gut geeignet. Beispielsweise können damit Ergebnisse von Selbstlern- oder gruppenbezogenen Aktivitäten mit allen Studierenden der Veranstaltung geteilt und diskutiert bzw. kommentiert werden. Auch können Lehrende mit den Studierenden über inhaltliche Themen diskutieren, Fragen und Arbeitsaufträge formulieren sowie Fragen der Studierenden beantworten.
Als eine kostenlose Open-Source-Software steht beispielsweise „phpBB“ zur Verfügung. Diese könnte grundsätzlich im eigenen Rechenzentrum der AK gehostet und betrieben werden.
Zudem eignen sich Padlet, um gemeinsam mit Studierenden an Themen zu arbeiten. Padlet ist eine webbasierte Anwendung, welche digitale Pinnwände zur kollaborativen Bearbeitung bereitstellt. Lehrende und/oder Studierende können Material zu Themen einstellen und zu diesem Material Fragen und Anmerkungen hinterlassen, die dann von der Lehrkraft geklärt werden können. Es gibt eine kostenfreie Testversion.
Auch hier sind – wie bei den Plattformen zu den Virtuellen Hörsälen – insbes. datenschutz- und personalvertretungsrechtliche Prüfungsverfahren zu durchlaufen, die aber noch nicht angegangen wurden.

phpBB, Padlet (Datenschutz/-sicherheit muss noch geprüft werden)

Videos

Lerninhalte können auch über Videos vermittelt werden: Vorhandene Videos (z.B. über Youtube) können genutzt, eigene Videos können erstellt und geteilt werden. Videos können zum Einstieg in ein neues Thema, zur Erarbeitung von Inhalten sowie als Ausgangspunkt weiterführender Diskussionen genutzt werden und haben den Vorteil, dass Studierende sich den Inhalt beliebig oft ansehen können.
Je kognitiv aktivierender und interaktiver sich die Studierenden mit dem Video auseinander setzen können, desto größer ist der Lernerfolg. Sinnvoll ist es daher, Fragen einzublenden, Studierende zu Notizen und Anmerkungen anzuregen oder sie darum zu bitten, mit ihren eigenen Erfahrungen zu vergleichen und kurze Zusammenfassungen zu erstellen. Für die Integration interaktiver Elemente kann H5P genutzt werden. 
Ein einfaches und schnelles Video-Recording ermöglicht die Webseite https://studio.opencast.org/ genutzt werden. Opencast.Studio ist ein Modul von Opencast 2, welches ein webbasiertes Management für Videos darstellt. Opencast kann auch in die bekannten LMS, wie Moodle oder ILIAS, eingebettet werden.
Bei der Nutzung fremder Videos sind ggf. urheberrechtliche Voraussetzungen zu prüfen (z.B. die Wahrung des Zitiergebots).

Youtube-Inhalte verwenden

Opencast, H5P 

Lernmanagementsysteme (LMS) Moodle und ILIAS

Lernmanagement-Systeme wurden entwickelt, um Lehr- Lernprozesse im E-Learning zu unterstützen und Lernmaterialien sowie Nutzerdaten zu verwalten. Die webbasierten Systeme ermöglichen die Bereitstellung von Lerninhalten, die Organisation von Lernvorgängen und die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden. An vielen Hochschulen bilden sie die informations- und kommunikationstechnische Basis einer E-Learning-Infrastruktur. Zudem können LMS für e-Klausuren bzw. Online-Prüfungen genutzt werden.

Moodle, ILIAS 

Weitere Tipps und Anregungen zu digitalen Lehr-/Lernformaten gibt das Hochschulforum Digitalisierung. Dort wird auf eine Digital Learning Map verwiesen, die in Form einer Datenbank ausgewählte Lehr-Lern-Szenarien präsentiert, in denen digitale Medien an deutschen Hochschulen eingebunden werden.